Umbau: Fahrrad zum Ebike umrüsten

Wer sich mit der Anschaffung eines Ebikes oder Pedelecs beschäftigt, kann auch über die Umrüstung eines bestehenden Fahrrades nachdenken. Wer sich für die Nachrüstung entscheidet, verwendet das bisherige Fahrrad weiter, statt es in den Keller zu verbannen oder gar wegzuwerfen. Damit trägt man aktiv zum Umweltschutz bei, da die für den Fahrradbau benötigten Ressourcen maximal ausgenutzt werden. Je länger die Lebenszeit eines Produktes, desto geringer die Belastung für die Umwelt.

Warum sollte man ein Elektrofahrrad von der Stange kaufen, wenn man mit dem jetzigen Rad doch bereits über eine gute Basis für einen E-Antrieb verfügt? Und Umrüsten spart bares Geld. Wer ein E-Bike in der gleichen Qualität wie sein derzeitiges Fahrrad haben möchte, müsste bei einem Neukauf den Preis des Fahrrades plus den Preis der Elektronik rechnen. Wer weniger zahlt, sollte misstrauisch werden. Denn dann stimmt meist die Qualität einer Komponente nicht.

Egal ob Trecking-, Mountain-, Tourenbike oder Klapprad, grundsätzlich sind fast alle Fahrradtypen für den Umbau geeignet. Umrüsten heißt, mithilfe eines Umbausatzes aus einem normalen Fahrrad ein Elektrofahrrad zu machen. Dazu braucht es nur wenige Teile: Einen Fahrrad-Elektromotor. Er bringt die Kraft auf die Strasse. Beim Umrüsten kann ein Radnabenmotor vorne oder hinten verwendet werden oder ein Mittelmotor, der im Tretlager montiert wird. Der Einbau erfolgt, indem das Vorder- oder Hinterrrad durch ein Rad mit Elektromotor ausgetauscht oder das Tretlager durch ein Tretlager mit Motor ersetzt wird.

Hinzu kommt ein Akku. Er stellt die Energie für den Motor zur Verfügung. Je mehr Energie in ihm gespeichert ist, desto länger kann man fahren. Ein Controller bestimmt, wieviel Energie aus dem Akku an den Motor weitergeleitet wird, und steuert so die Geschwindigkeit des Motors.

Mit den Steuerelementen wird der Elektromotor angesteuert und geregelt. Der Tretsensor merkt, wenn sich die Pedale drehen und schaltet den Motor zu.

Was ist ein Pedelec?

Pedelecs haben einen Motor mit einer max. Leistung von 250W, der bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt. Der E-Antrieb schaltet sich aber nur zu, wenn gleichzeitig in die Pedale getreten wird. Sobald man aufhört zu pedalieren, stoppt die Unterstützung. Es ist erlaubt einen Gasgriff mit einem Antrieb von max. 6 km/h ohne Mittreten als Anfahrhilfe zu benutzen. Pedelecs werden vom Gesetzgeber wie ganz normale Fahrräder behandelt. Wer in der Regel nicht schneller als 25 km/h fahren oder keine Zulassung beantragen möchte, liegt mit einem Pedelec-Umbausatz richtig.

Was ist ein E-Bike?

E-Bikes fahren schneller als 25 km/h und haben einen Motor, der mehr als 250 Watt Leistung bringt. Gas geben kann man mit einem Gasdrehgriff; man muss also nicht unbedingt selbst in die Pedale treten, um unterstützt zu werden. E-Bikes werden vom Gesetzgeber nicht als Fahrrad, sondern als Mofa oder Roller behandelt. Sie benötigen daher ein Versicherungskennzeichen und im Falle einer Nachrüstung eine Einzelabnahme durch den TÜV. Ein E-Bike-Umbausatz ist für denjenigen die richtige Wahl, der schneller als 25 km/h fahren oder eine Motorleistung größer 250 Watt haben möchte.

Mittlerweile gibt es im Internet ein Fülle von Anbietern, die Umbausätze für jeden Zweck anbieten. Jeder handwerklich normal Begabte kann den Umbau, wenn es sich um einen Nabenmotor handelt, in zwei bis drei Stunden vornehmen. Spezialisierte Betriebe übernehmen auf Wunsch die komplette Umrüstung eines angelieferten Fahrrades.

Die Kosten beginnen bei seriösen Anbietern bei ca. 850 € inklusive einem leistungsfähigen Akku.

© Fotos (alle): Norbert Küpping

Weiterführende Informationen:

http://www.ebike-solutions.com/de/

https://www.elektrofahrrad-einfach.de/

http://www.senglar.de/shop/

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